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Mein Auslandsjahr in Clinton, New York – Teil 1

Hallo! Ich heiße Larissa, bin zurzeit 17 Jahre alt und wohne in Berlin. Seit etwa drei Wochen bin ich wieder in Deutschland und habe mich auch schon wieder gut eingelebt. Ich denke noch oft an die Zeit in den USA zurück, ich habe dort so viele schöne Dinge erleben dürfen und habe so viel gelernt. Deswegen möchte ich ein bisschen meine Erfahrungen und Erinnerungen zu meinem Auslandsjahr teilen.

Alles fing an im Oktober 2015. Ich habe mich relativ kurzfristig dazu entschieden, ein Auslandsjahr machen zu wollen. Am Anfang war ich irgendwie dagegen, wollte erstmal mit der Schule fertig werden. Aber dann – ich weiß nicht mal genau warum – hat sich meine Meinung spontan geändert und der feste Wunsch entstand, ein Auslandsjahr machen zu wollen. Meine Eltern fanden die Idee schon immer gut, meine beiden großen Schwestern hatten auch ein Jahr in den USA verbracht, vor acht Jahren etwa. Mein Vater erinnerte sich an die Organisation von damals, team!. In einem Ordner hatte er noch alle Kontaktdaten und Papiere, so haben wir kurzerhand dort angerufen und auch schnell einen Termin für ein Bewerbungsgespräch vereinbaren können. Im Dezember etwa war dann dieses Gespräch. Ein junger Mann hat mir Fragen auf Deutsch, später dann auf Englisch gestellt. Es wurde nach meinen Beweggründen gefragt, warum ausgerechnet die USA? Ich war schon immer neugierig, dieses riesige Land kennenzulernen, von dem man so viel in den Medien hört, wo die tollen Filme herkommen, wo einfach so viel los ist und es so viel zu entdecken gibt. Meinen beiden Schwestern hatte es damals sehr gut dort gefallen, und ich hatte Lust darauf, dort auch zu leben! Vor dem Gespräch war ich sehr aufgeregt und wusste nicht genau, was ich eigentlich sagen wollte. Aber es war dann alles weniger schlimm als gedacht und ich habe mich schnell wohlgefühlt. Der junge Mann war sehr nett. Er war selbst für einige Monate in New York.

Nach ein paar Wochen war ich dann offiziell dabei. Und dann ging es los mit dem schwierigsten Teil von dem ganzen Auslandsjahr-Prozess, wie ich finde. Die Bürokratie! Wir mussten wahnsinnig viele Papiere und Formulare ausfüllen, ich musste Texte über mich selbst schreiben, musste meine Impfungen auffrischen, einen neuen Pass beantragen da meiner bald abgelaufen wäre, vom Augen- und Zahnarzt meine Gesundheit bescheinigen lassen und noch vieles mehr. Aber da man viel Zeit hat, wenn man rechtzeitig anfängt, war es zwar stressig, aber nicht unmöglich. Und da muss man halt durch, haben mir alle gesagt. Der Sommer kam dann immer näher. Im Mai ging es auf ein Vorbereitungsseminar mit team! nach Hamburg. Dort habe ich viele andere Austauschschüler getroffen, einige hatten schon ihre Familien, andere nicht. Das Seminar fand ich persönlich gut organisiert, interessant und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Generell habe ich mich von team! bei der ganzen Bürokratie gut untersützt gefühlt. Die Briefe mit den Formularen und was ich alles machen muss waren immer pünktlich zugesendet worden und es entstand nie Verwirrung wegen irgendetwas. Wenn wir Fragen hatten und bei team! anriefen, war immer jemand da, der uns nett Auskunft gab.

Irgendwann war es dann Juni. Viele, die ich kannte, hatten schon ihre Gastfamilie zugeteilt bekommen und sind im Juni oder Juli geflogen. Ich wartete noch immer auf meine Gastfamilie. Wir riefen oft nervös bei team! an, da die Zeit voranschritt und ich im August noch immer nichts gehört hatte aus den USA. Fast alle Austauschschüler, die ich kannte, waren schon weggeflogen. Ich saß die ganze Zeit in Berlin, richtig wegfahren konnten wir auch nicht, weil falls ich dann eine Familie bekomme, muss alles ganz schnell gehen. Visum beantragen, Koffer packen, vorbereiten. So habe ich den gesamtem Sommer in Berlin verbracht. Mir wurde gesagt, wenn bis zum 1. September keine Familie für mich gefunden wird, dann klappt es wohl nicht. Dazu muss ich anmerken, dass ich seit 14 Jahren Vegetarierin bin. Ob das ein ausschlaggebender Grund war? Ich weiß es nicht. Dann war es Ende August, und meine Enttäuschung ziemlich hoch. Ich würde wohl nicht in die USA fliegen… team! sagte uns immer, man müsse Geduld haben und oft entscheiden sich amerikanische Familien erst spät und spontan. Aber so viele andere, die ich kannte, hatten ja schon längst ihre Gastfamilie!

Am 26. August kam dann endlich der Anruf – es wurde eine Familie für mich gefunden! Ich war überglücklich und aufgeregt. Endlich würde das Abenteuer beginnen! Ich habe sofort eine Mail an meine Gastfamilie geschickt. Sie haben auch geantwortet, und wir haben viel miteinander geschrieben. Meine Platzierung war Clinton, ein kleiner Ort mit 2.000 Einwohnern in Central New York State.

 

Vielen lieben Dank an Larissa für die Einsendung sämtlicher Bilder, Texte und Erfahrungen zu ihrem Auslandshalbjahr in den USA.

Der zweite Teil folgt in wenigen Tagen