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Mein Auslandsjahr in Clinton, New York – Teil 2

Am 14. September ging es dann los. Beim Flug war ich sehr aufgeregt, aber drei andere Austauschschüler von team! waren dabei. Ich war angemeldet für den NYC/Philadelphia/Washington D.C. Trip. Und das war super schön und das Geld ist es auf jeden Fall wert! Ich werde diese ersten Tage in den USA nie vergessen.

Teil 2: Was ist schon perfekt im Leben?

Nach dem Trip flog ich nach Syracuse, ein Nachbarort von Clinton. Meine Gastfamilie holte mich dort ab und alles schien perfekt zu sein! Doch diese Illusion wurde schnell gesprengt. Als wir bei ihrem Haus ankamen, war ich etwas entsetzt. In meinem Zimmer hingen dicke, alte Spinnenweben, es war staubig und dreckig und das Haus allgemein wirkte sehr ungepflegt. Aber die Gasteltern waren nett, und meine zwei Gastgeschwister auch. Vielleicht, dachte ich mir, muss ich dann eben mit einem etwas weniger schönen Haus zurecht kommen. Ich möchte jetzt nicht zu sehr ausschweifen, deswegen fasse ich es kurz: Die Familie war die reinste Katastrophe. Das Haus war wirklich dreckig, und nicht einfach nur unordentlich, sondern wirklich unhygienisch dreckig. Im Kühlschrank lag verfaultes und verschimmeltes Essen, das dreckige Geschirr stapelte sich in der Spüle, und das Badezimmer für fünf Personen war sehr, sehr klein und ebenfalls dreckig. Ich hatte nach und nach das Gefühl, dass sich besonders die Eltern eigentlich gar nicht für mich als Austauschschüler interessierten. Mir wurde nichts gezeigt, nicht einmal der kleine Ort, in dem ich für 10 Monate leben sollte. Meine zugeteilte Area Rep war ebenfalls eine Enttäuschung. Sie redete mir die ganze Zeit gut zu, aber nahm mich nie wirklich ernst. Es traten mehrere kleine Probleme auf, und jedesmal war ich Schuld daran.


Nach dem Gastfamilienwechsel wurde alles sofort viel besser


Nach circa vier Wochen war mir klar, ich muss die Familie wechseln. Meine Area Rep hat vehement dagegen gesprochen und meinte, sie könne jetzt auch gar nicht so leicht eine neue Familie finden. Zum Glück habe ich in der Schule ein Mädchen kennengelernt, wir hatten zusammen Photoclass.

Sie bot mir an, bei ihr und ihrer Familie leben zu können. Alles schien gut: Ich wollte die Gastfamilie definitiv wechseln. Und trotzdem wollte meine Area Rep und ihre Organisation in den USA zunächst den Wechsel nicht erlauben.

Im Endeffekt habe ich dann doch endlich wechseln können. Und dann ging alles bergauf. Meine neue Gastfamilie war sehr nett, offen, hilfsbereit, sie haben viel mit mir unternommen und mir viel gezeigt, ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt. Wir sind zwei mal nach New York City gefahren, nach Washington D.C., nach Boston, zu den Niagarafällen und unternahmen noch einige andere Tagestrips.

Die Zeit an der High School hat mir übrigens auch sehr Spaß gemacht. Die Lehrer waren äußerst nett und interessiert an mir, der Unterricht einfacher und lockerer als in Deutschland. Schulsport wird in den USA sehr groß geschrieben. Generell herrscht ein ganz anderes Gemeinschaftsgefühl. Freunde zu finden, fand ich zunächst etwas schwierig. Viele Amerikaner schienen mir sehr oberflächlich und am Anfang redete keiner mit mir. Aber mit der Zeit wurde alles besser. Ich habe jetzt immer noch Kontakt zu meinen engsten Freunden.

High School Graduation

So ging die Zeit in den USA langsam, aber sicher vorbei. Im Juni war dann meine Graduation! Das hat mir unheimlich Spaß gemacht, einfach dieses typisch Amerikanische, was man aus Filmen so kennt. Am 14. Juli bin ich dann zurück nach Deutschland geflogen.

Abschließend kann ich jedem nur raten, ein Auslandsjahr zu machen. Ich habe in diesen zehn Monaten so viel Neues von der Welt gesehen und erlebt, mein Reisefieber wurde geweckt, ich habe so viele interessante nette Leute kennnengelernt und einfach unendlich viele Dinge gelernt, die ich in keiner Schule hätte lernen können. Meine erste Gastfamilie und die amerikanische Partnerorganisation waren in meinem Fall sehr enttäuschend, aber ich habe es geschafft, dieses Problem (vor allem alleine) zu lösen, was mich schon sehr stolz gemacht hat. Mein Englisch ist mittlerweile auch wirklich gut, ich fühle mich gar nicht mehr unsicher und kann mich perfekt fließend unterhalten. team! stand mir in Deutschland immer gut zur Seite.

Hier zum Schluss füge ich noch ein Foto aus Boston von meinem Auslandsjahr. Meine zehn Monate in den USA waren wirklich toll und sehr lehrreich. Zwar nicht immer perfekt, aber was ist schon perfekt im Leben?

 

Vielen lieben Dank an Larissa für die Einsendung sämtlicher Bilder, Texte und Erfahrungen zu ihrem Auslandshalbjahr in den USA. Auch wenn nicht immer sofort alles nach Plan läuft, so finden wir es sehr wichtig, euch natürlich auch davon zu berichten.

Hier kannst du dir den ersten Teil ansehen